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Was bisher geschah: 12 Schlagzeilen über KI aus dem Jahr 2019

8. März 2020
KI-Jahresrückblick 2019
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Januar

Wer die Schlagzeilen aus dem Januar 2019 liest, findet ein alt bekanntes Thema wieder: Schafft KI nun Jobs oder zerstört die Technologie Arbeitsplätze? Es gibt auch im neuen Jahr noch keine Antwort auf diese Frage. Präziser sind die Nachrichten zum neuen KI & Ethik-Institut von Facebook an der TU München, dessen Finanzierung am 20.01. verkündet wird. 

“Facebook spendiert ein Forschungsinstitut für KI und Ethik”

FAZ


Februar

Der Februar demonstriert die Unterschiede zwischen dem Chinesischen und dem Deutschen Umgang mit KI. Während die Volksrepublik von einer KI-getriebenen Software berichtet, die Kinder-Krankheiten besser diagnostiziert als junge Ärzte, streitet sich Deutschland über die nationale KI-Strategie. Ethik, Datenschutz und ein Mangel an weltsicht beschäftigen die Deutsche Politik.

“KI-Strategie: Bundestag streitet über Maßnahmen, Ziele, Ethik bei Künstlicher Intelligenz”

Heise


März

Die Wirtschaft ist da schon einen Schritt weiter und präsentiert auf der Hannover Messe im März alles was smart ist. Das Handelsblatt spricht gar von einer “Hommage an die Leistungsfähigkeit der Maschinen”. Die Bundeskanzlerin ist stolz auf die Fabriken der Zukunft und betont, das Industrie und IT zusammengehören.

“5G und KI: So stellt sich die Industrie die Fabrik der Zukunft vor”

Handelsblatt


April

Die Einschätzung der betroffenen Ingenieure ist nicht ganz so optimistisch, wie die von Angela Merkel. In einer im April veröffentlichten Umfrage, geben immerhin zwei Drittel an, dass Deutschland die Kompetenz fehle, um KI überhaupt einzusetzen. Unklar ist ihnen auch, was die KI-Strategie der Regierung für sie bedeutet. Zur selben Zeit verkündet das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg, dass ein Computer gegen 157 Hautärzte antrat und bei der Diagnose von Hautkrebs präziser war. “Nur sieben der 157 Dermatologen schnitten besser ab als der Algorithmus. 14 erzielten gleich gute Ergebnisse und 136 hatten schlechtere Ergebnisse.”

“Ingenieure warnen vor Desaster mit Künstlicher Intelligenz”

FAZ


Mai

Was online bei Amazon funktioniert, muss auch im Einzelhandel funktionieren, denkt sich der Elektronikkonzern Ceconomy im Mai 2019. Die neue, zentrale Preisstrategie setzt auf Datenanalyse und künstliche Intelligenz für die Marken Media Markt und Saturn. Damit soll das leicht angeschlagene Unternehmen wieder auf den rechten Kurs gebracht werden und die starke Online-Konkurrenz ausbremsen.

“Künstliche Intelligenz soll Ceconomys Preisstrategie verbessern”

Wirtschaftswoche


Juni

Im Sommer 2019 einigen sich die G20 Minister im japanischen Tsukuba erstmalig auf grundlegende Prinzipien für KI. Rechtsgrundsätze, Menschenrechte und demokratische Grundrechte sollen dadurch geschützt werden. Zwei Wochen später ruft die Kanzlerin im bran­den­burgischen Meseberg zu mehr Offenheit im Umgang mit KI auf. Vizekanzler Olaf Scholz ergänzt, man müsse “die Möglichkeiten der KI nutzen, aber Nachteile vermeiden, gerade für Arbeitsplätze.”

“G20-Minister einigen sich erstmals auf Prinzipien für KI”

Die Zeit


Juli

Das Sommerloch 2019 wird gefüllt mit Spiel, Spaß und Kunst. Die Software Pluribus, entwickelt von Forschern der Carnegie Mellon University und Facebook, schlägt fünf Pokerspieler und macht damit Schlagzeilen. Eine Umfrage der Branchengesellschaft gfu im Vorfeld der IFA ergibt, dass die Einstellung der Deutschen zur KI überwiegend positiv sei – ein deutlicher Unterschied zum letzten Jahr. Smarte Geräte gehören längst zum Alltag der Bevölkerung, besonders im Entertainment-Bereich. In Oxford malt währenddessen der humanoide Roboter Ai-Da alles was ihm/ihr unter die Kameraaugen kommt. Die Zeit diskutiert: Ist das noch Kunst?

“Wohin führt künstliche Intelligenz die Kunst?”

Die Zeit


August

Ein überzeugender Use-Case für KI beherrscht im August die Nachrichten: Kinderpornographie soll dank smarter Technologie schneller erkannt und enttarnt werden. Die Software entlastet nicht nur Polizistinnen, sondern erkennt zudem Gesichter von Opfern und Tätern. Das nordrhein-westfälische Justizministerium und die Zentralstelle Cybercrime NRW (ZAC) arbeiten mit Microsoft und weiteren Experten seit 2017 an dem Projekt und präsentierten nun erste Ergebnisse.

“Künstliche Intelligenz soll Kinderpornografie schneller enttarnen”

Der Spiegel


September

Im Spätsommer greifen zwei Experten das Januar-Thema auf: Ist KI nun gefährlich oder nicht? Die beiden Tech-Unternehmer Elon Musk und Jack Ma streiten sich aufmerksamkeitsstark in Shanghai. Während Alibaba-Gründer Ma von den Potenzialen der KI überzeugt ist und Vorteile für die Menschheit sieht, ist Tesla-Gründer Musk eher pessimistisch gestimmt. Er warnt davor, dass Computer schlauer als der Mensch werden könnten und sich daraus Gefahren ergeben. Einig sind sich beide nur darüber, dass die Sterblichkeit des Menschen ein Vorteil ist. Da sie sicherstellt, dass neue Generationen kommenden Herausforderungen mit frischer Perspektive angehen.


Oktober

Das von Facebook finanzierte Ethikinstitut an der TU München wird am 7.10. eröffnet und in den Medien gefeiert. Passend zum Thema Ethik, wird ein neues Forschungsprojekt des Justizministeriums NRW verkündet. Dort soll eine KI-basierte Software entwickelt werden, die Selbstmorde in Haft verhindert. Dazu muss das System sowohl potenziell schädliche Gegenstände (Messer, Seil etc.), als auch Emotionen erkennen. Das 160 000 Euro teure Forschungsprojekt wird zunächst in einem Versuchsraum mit Studenten in Chemnitz erprobt.

“Mit Künstlicher Intelligenz Selbstmorde in Haft verhindern”

Süddeutsche Zeitung


November

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BAMS) verkündet die Einrichtung eines TÜVs für künstliche Intelligenz. Das sogenannte KI-Observatorium sei der erste Schritt in Richtung eines eigenständigen Bundesinstitutes für KI. Geprüft werden sollen vor allem Fälle im Arbeits- und Wirtschaftsleben, wie z.B. das autonome Fahren. Im Ernstfall kann auch ein Verbot ausgesprochen werden. Das Observatorium soll jedoch auch Chancen der KI evaluieren. Dabei erfolgt eine enge Abstimmung mit der Europäischen Kommission und OECD.

Arbeitsministerium schafft TÜV für künstliche Intelligenz

Die Zeit


Dezember

Das Jahr endet mit feierlicher Musik: Die Deutsche Telekom entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Pianisten Robert Levin einen Algorithmus, der Beethovens unvollendete 10. Sinfonie fertigstellen soll. Das Stück wird im April 2020 in Bonn uraufgeführt. Dabei ist vollkommen unklar, was am Ende dabei heraus kommt. Eine Vorlage wurde Anfang des Jahres 2019 geschaffen, als Franz Schuberts 8. Sinfonie in h-Moll durch KI vervollständigt wurde.

Künstliche Intelligenz soll Beethovens Unvollendete vollenden

Der Spiegel

Sieh dir auch den Artikel über die Schlagzeilen im Jahr 2018 an.

Photo by Lora Ohanessian on Unsplash

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